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Immer mehr Deutsche informieren sich über soziale Netzwerke. Laut der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen rund 44 Millionen Menschen in Deutschland wöchentlich eine oder mehrere Social-Media-Plattformen. Durchschnittlich verbringen sie 99 Minuten pro Tag dort – Tendenz steigend. Für 14 Prozent der Bevölkerung sind soziale Medien inzwischen die Hauptquelle für Nachrichten.
Besonders stark zeigt sich der Wandel bei den 14- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe sind soziale Medien bereits die wichtigste Informationsquelle: Jeder Zweite verfolgt aktuelle Geschehnisse hauptsächlich über den Feed. 17 Prozent geben an, sich ausschließlich dort über das Weltgeschehen zu informieren.
WhatsApp, YouTube, Instagram, Facebook und TikTok bilden die Top 5 der meistgenutzten Plattformen in Deutschland. Sie prägen, was Menschen sehen, lesen und diskutieren. Daneben gibt es kleinere, aber einflussreiche Nischenplattformen wie Spotify, Twitter/X oder Telegram, die sich über bestimmte Formate oder Zielgruppen behaupten.
Neue Strukturen in einem veränderten Medienökosystem
Der digitale Medienwandel hat nicht nur das Nutzungsverhalten, sondern auch die Eigentümerstrukturen der Medienlandschaft grundlegend verändert. Online sind heute Formen von Journalismus möglich, die offline kaum denkbar wären – etwa Angebote ohne Klarnamen, mit Firmensitzen im Ausland oder mit intransparenten, schwer überprüfbaren Strukturen. Gleichzeitig wird journalistischer Content zunehmend personifiziert präsentiert: Einzelne Gesichter stehen im Mittelpunkt, nicht mehr Redaktionen oder Marken.
Neben klassischen Medienmarken gewinnen neue Akteure an Einfluss. Kleine Teams schaffen es mit Infotainment-Formaten oder alternativen, teils rechten Angeboten, große Reichweiten aufzubauen. Auch das bekannte duale Mediensystem spiegelt sich online wieder: Öffentlich-rechtliche und private Anbieter sind durch Content-Netzwerke wie Funk (ARD/ZDF) und Studio71 (ProSiebenSat.1) präsent.
Einblick in Eigentum und Einfluss
Das Projekt MOM Deutschland untersucht, wie sich Eigentum und Meinungsmacht in der deutschsprachigen Social-Media-Landschaft verteilen. Grundlage ist eine repräsentative Auswahl von 15 Influencer-Profilen, die alle einen Bezug zu Nachrichten oder „Current Affairs“ haben. Sie wurden nach Reichweite auf Plattformen wie Instagram, YouTube, TikTok, Facebook und X sowie nach ihrer Relevanz für bestimmte Zielgruppen ausgewählt. Ziel ist es, Dynamiken und Trends im digitalen Meinungssystem sichtbar zu machen – und damit besser zu verstehen, wer heute im Netz die öffentliche Debatte prägt.















